Was ist ein „aufgeschobener Kaffee“?

Stellt euch vor, ihr sitzt in einem Café und genießt eure tägliche Ration Kaffee. Ihr beobachtet, wie eine junge Frau herein kommt, zur Theke geht und zwei Kaffees bestellt. Sie ist alleine. „Einen Latte To go und einen „aufgeschobenen Kaffee“ bitte,“ klingt es von der Theke zu euch herüber.

Der Barista nickt freundlich, macht ihren Latte fertig, gibt ihn ihr und sie geht. Mit nur einem Kaffee. Was ist da los?

Als nächstes kommt dann ein älterer Mann herein, im feinen Anzug. „Einen großen Decaf zum Mitnehmen und einen „aufgeschobenen Kaffee“. Den Decaf mit Sojamilch, bitte!“ Und wieder bekommt der Kunde nur einen Kaffee, zahlt beide und geht.

Ist euch das schon einmal passiert? Mir leider bisher nicht. Aber ich würde es gerne erleben. Und ich würde gerne einen „aufgeschobenen Kaffee“ bestellen können. Denn das ist tatsächlich eine sehr tolle Initiative.

Update: Und wie es scheint ist es vor allem schon eine sehr alte Initiative! Denn den „Caffè sospeso“ gibt es in Neapel angeblich seit 100 Jahren! Zeit, dass es dies auch hierzulande gibt?

Was ist ein „aufgeschobener Kaffee“ denn jetzt?

Aufgeschobener Kaffee

Bei dem „aufgeschobenen Kaffee“ handelt es sich um eine Initiative, die bereits in vielen Teilen der Welt Anklang gefunden hat. Es geht darum, die eigene Freude am Kaffee mit Menschen zu teilen, die es sich nicht leisten können, sich etwas im Café zu bestellen. Die offizielle Website erklärt übrigens nicht nur die Hintergrundgeschichte, sondern auch, wo es schon teilnehmende Cafés gibt.

Ihr zahlt also einen Kaffee extra und den kann sich später jemand anderes abholen. Was eine gute Idee! Und wie man sehen kann, ist sie auch in Europa bereits recht verbreitet. Leider gibt es da in Zentraleuropa – also da wo wir gerade sind – eine ziemlich blanke Fläche! Und ich bin der Meinung, dass wir daran etwas ändern sollten.

Aufgeschobener Kaffee in Europa

Wie können wir helfen? Nun, ich werde mal in einigen Cafés, die ich besuche, nachfragen, ob man von dieser Idee schon etwas gehört hat. Und ob man da nicht eventuell mitmachen möchte. Im Grunde geht es hier vor allem erst einmal um die Verbreitung dieser Idee. Wie gut ein Kaffee schließlich sein kann, brauche ich euch sicher nicht zu sagen.

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