Im Test: Die Bialetti Brikka (4 Tassen Version)

Der klassische Espressokocher von Bialetti dürfte den meisten bekannt sein. Die fast schon ikonische Form des Kochers, der sich nicht nur auf dem heimischen Herd, sondern auch auf allen anderen, möglichen Hitzequellen (Gas-Campingkocher, oder ähnliche) gut macht, ist mir zumindest seit meiner Kindheit schon bekannt.

Die Bialetti Brikka jedoch war mir neu. Hierbei handelt es sich um eine der Spezialkannen von Bialetti. Denn was mir bei einem Espresso aus dem klassischen Bialetti Espressokocher (oder Mokapot) immer fehlt soll die Brikka nun liefern: Die Crema! Also dann, packen wir das Schätzchen doch mal aus:

Wie ihr seht setzt Bialetti bei der Verpackung auf Understatement. Schlicht, einfach, funktional, so wie man es kennt. Als nächstes kam dann das Einkochen des Espressokochers. Das ist sehr wichtig! Ich habe 2 Mal einen „Leerdurchlauf“ gemacht, also ohne Kaffee und anschließend 3 Mal Espresso mit der Bialetti Brikka gekocht, der dann direkt weggekippt wurde. Das ist insofern wichtig, als dass die Brikka trotz sorgfältiger Reinigung nach dem Auspacken häufig noch Industriefette und ähnliche Produktionsrückstände aufweisen kann. Die möchte ich nicht in meinem Espresso haben!

Die Crema, die bei der klassischen Bialetti fehlt, wird auf Grund eines höheren Drucks bei der Zubereitung erreicht. Während die klassische Moka Express maximal 1,5 bar Druck aufbaut, schafft die Brikka mit dem Cremaventil immerhin 6 bar Druck. Das sind zwar immer noch keine 9 bar, wie für echten Espresso nötig, aber schon deutlich mehr als bei der Moka Express. Auch die Wassertemperatur bei der Brikk überschreitet die empfohlenen 90°C ei wenig.

Die Bialetti Brikka – der Test

Wie die klassischen Espressokocher von Bialetti, besteht die Brikka aus drei Bestandteilen:

  • Der Behälter für Wasser
  • Das „Sieb“ für den Espresso
  • Die Kanne für den fertigen Espresso

Hierbei ist auffällig, dass das Druckausgleichsventil deutlich tiefer angebracht ist, als bei der klassischen Bialetti. Nun ist der Behälter für das Wasser auch etwas breiter, aber dennoch wird bei der Brikka weniger Wasser benötigt.

Nicht lange gefackelt, sondern den Kaffee frisch gemahlen. In das Sieb gefüllt und dann kann es los gehen. Ich habe hier die Version für 4 Tassen, also musste ich entsprechend viel Kaffee mahlen. Dabei habe ich bereits vorsichtshalber einen leicht gröberen Mahlgrad als für „echten“ Espresso gewählt. Wie sich später herausstellen sollte, war es immer noch zu fein, aber dazu später mehr.

Das Pulver habe ich leicht angedrückt, also wirklich leicht ohne Druck. Dann den oberen Part aufgeschraubt und ab auf den Herd. Der obere Part der Brikka weist aber zwei Besonderheiten auf:

Da ist doch tatsächlich ein Loch im Deckel der Brikka! Was ist da los? Soll mir der Espresso direkt entgegenspritzen? Nein. Der Espresso wird fein in der Kanne bleiben. Grund dafür ist das Cremventil der Brikka:

Dieses Ventil ist mit für die Crema verantwortlich, die man bei der klassischen Bialetti Moka Express vermisst.

Bei der Bialetti Brikka darf  es ruhig etwas heisser werden, darum habe ich den Herd auf Stufe 3/3 gestellt. Und nach nur knapp 1,5 Minuten ging es dann auch los. Der feine „Espresso“ kochte mir entgegen.

Und das sieht doch schon einmal deutlich besser aus, als bei dem Moka Express! Also auf zum Verkosten und Fazit.

Die Bialetti Brikka – Das Fazit:

Die Bialetti Brikka bringt Genießern eines Espresso aus dem Espressokochern oder aber Freunden von Latte-Spezialitäten einen schicken Espresso mit deutlich mehr Crema als die klassische Bialetti Moka Express. Dabei muss man jedoch die Handhabung beachten, da hier weniger Wasser benötigt wird. Auch die Menge an eingesetztem Kaffee und der Mahlgrad müssen erst noch gefunden werden. In meinem Versuch war das Pulver – obwohl schon gröber als bei klassischem Espresso – noch zu fein und der Espresso, auch wenn er gut aussah, war zu bitter.

Für alle, die aber gerne bereit sind, etwas mit Mahlgrad (hier empfehle ich einen gröberen Mahlgrad, wie für normalen Filterkaffee), Kaffeemenge und Wassermenge, sowie Druck beim Anpressen herum zu experimentieren ist die Bialetti Brikka eine tolle Ergänzung für die Küche. Ich werde meine Moka Express daher in Zukunft wohl eher als Deko-Element denn als Espressokocher nutzen, da für mich klar ist, dass die Bialetti Brikka gewinnt.

Hier gibt es die Brikka bei Amazon:
Bialetti Brikka 4 Tassen Espressokocher mit Cremaventil

5 Gedanken zu „Im Test: Die Bialetti Brikka (4 Tassen Version)“

  1. Ich habe die gleiche Brikka wie im Test, aber leider Probleme mit der Crema. Die „Produktion“ in der Kanne funktioniert einwandfrei, vor allem, seitdem ich den Druck im Behälter durch ein kleines Gewicht auf dem Cremaventil noch einmal leicht erhöht habe (Keine Angst, das Sicherheitsventil hat nicht angesprochen und mir ist nichts um die Ohren geflogen). Allerdings verschwindet die Crema fast völlig, sobald ich den fertigen Kaffee in eine Tasse fülle. Gibt’s für die bessere Stabilität der Crema vielleicht einen Tipp vom Profi???
    Ich mahle mittlerweile auch schon frisch, habe die Temperatur der Herdplatte variiert, wie o.g. den Druck erhöht und es auch schon mit ein wenig Zucker in der Kanne versucht – nix zu machen…

  2. Ich bekomme die crema nicht hin. Wieviel Gramm Kaffee und wieviel Gramm/ml Wasser nimmt ihr für ne bialetti brikka 4? Könnte man aus der Bulette 4 er auch ne 2 er machen?

    1. Es ist zwar schon eine Zeit her, seit diese Kommentare erstellt wurden, aber vielleicht hilft es jemanden trotzdem noch weiter.

      Ich habe die Brikka für 2 Tassen und bin mittlerweile sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

      Definitiv macht es geschmacklich und von der Crema her einen Unterschied, ob man Bohnen für Kaffee oder Espresso verwendet. Bohnen, die für Kaffee gemischt und geröstet wurden schmecken bei der Brikka zu sauer und zu flach, die Crema kommt kaum zustande und zerfällt recht schnell.

      Auch die Qualität der Röstung macht meiner Erfahrung nach einen Unterschied. Schonende Trommelröstung von einer guten Rösterei bieten bessere Ergebnisse als Heißluftröstung der meisten Supermarktkaffees.
      Ob die Frische des Kaffees und ob er frisch gemahlen ist, auch einen Einfluss auf das optische Ergebnis hat, weiß ich nicht.

      Es spielte bei mir bei der Espressomischung weniger eine Rolle, ob sie nur Arabica oder auch eine Beimischung von Robusta enthält.

      Hier zur Zubereitung:
      Im Auffangbehälter der Brikka ist eine Markierung für die Wassermenge eingearbeitet. Diese Menge muss möglichst genau eingehalten werden. Ich nehme immer möglichst kaltes Wasser. Einen metallischen Geschmack kann ich dadurch nicht ausmachen.

      Der Mahlgrad ist ein weiterer Schlüssel für ein gutes Ergebnis. Ich habe als Mühle die Molino von Melitta. Diese hat einen Mahlgrad von 1 – 17 (17 ist das Gröbste). Ich nehme Stufe 10.

      Als Orientierung für den Mahlgrad dienen mir zwei Indizien.

      Erster Indiz
      Das Kaffeepulver darf grade nicht mehr zu stark aneinander pappen, wenn man es z.B. mit dem Löffel etwas zusammendrückt. Je feiner das Pulbver, desto eher kann man es zu Klumpen zusammendrücken. Es ist eher schon eine Art feines Granulat.

      Zweiter Indiz
      Wenn in der Brikka der Kaffee austritt, muss dieser möglichst schnell und komplett austreten. Kommt es vor, dass erst Kaffee schwungvoll austritt und dann wenn die Crema kommt der Rest langsam austritt, ist das Pulver noch zu fein und der Druck aus dem Cremaventil zu schwach. Es muss also gleichmäßig mit Schwung austreten und sich in wenigen Sekunden im Auffangbehälter befinden. Auch wenn ein größerer Teil des Wassers in dem unteren Teil der Kanne zurückbleibt, ist das Pulver wahrscheinlich noch zu fein.

      Was ist noch zu beachten:
      Das Kaffeepulver darf im Sieb keinesfalls angedrückt werden (!!), dafür reicht der Druck nicht, denn die Crema entsteht, wenn das Wasser möglichst schnell und mit möglichst viel Druck auf das Cremaventil trifft. Ein zu dichtes Kaffepulver würde dies verhindern. Das Sieb sollte trotzdem komplett gefüllt sein.

      Das Kochfeld muss so hoch wie möglich eingeschaltet sein (bei einem normalen Mokkakocher nehme ich eine geringere Temperatur, da der Kaffe sonst verbannt schmeckt), damit genug Druck für die Crema entsteht.

      Sobald die Crema austritt, die Brikka vom Herd nehmen, da sonst der Kaffee verbrannt schmeckt.

      Das war’s auch schon : D
      Es ist erstmal einiges zu beachten, aber wenn man dies raus hat , ist es eigentlich einfach. Denn bei einem normalen Mokkakocher spielen Mahlgrad und Temperatur eine wesentlich größere Rolle beim Geschmack. Wegen dem Geschmack muss man sich bei der Brikka keine Sorgen machen, solange man gute Espressobohnen einsetzt.

  3. Hallo zusammen,

    danke für Eure Kommentare zur „Brikka“. Ich habe heute meine Brikka erhalten. Ich habe das Modell für 4 Cups bestellt. Als ich das Paket dann ausgepackt habe ist mir aufgefallen, dass der gesamte Espressokocher sehr groß ist. Als ich das näher geprüft habe, konnte ich auf der Unterseite des Wasserbehälters die Prägung „6 C“ erkennen. Kann das sein?
    Hier nun meine Frage: Macht es einen Unterschied, ob der Wasserbehälter für 6 Cups ist und die Kanne für 4 Cups?
    Als ich den Mokakocher ausprobiert habe hat es soweit funktioniert. Würdet Ihr eventuell mehr Wasser verwenden? Allerdings würde ich dann die Markierung in der Kanne übertreffen.

    Freue mich auf Eure Rückmeldungen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.